Angst haben oder leben wollen?
24. Mai 2011Auch wenn es noch so aussieht: In der Frage steckt viel Potential, vor allem, wenn sie entsprechend der eigenen wie anderer Gesundheit sinnvoll beantwortet und umgesetzt wird. Der entscheidende Unterschied liegt in der Motivation, dem letztlich verinnerlichten Wort, also Gedanken, der magnetischen Wirkung, welche entweder in die eine oder die andere Richtung (des Seins) lenkt.
Angst zu haben ist ein sich zurückziehender Aspekt: Ich ziehe mich zurück, entweder aus einer Situation, aber auch Emotion mit entsprechender Wahrnehmung. Die Kraft des Menschen richtet sich zudem gegen etwas, welches sich in einer ablehnenden Haltung zeigt. Die innerliche Anspannung bedeutet Stress, manchmal bis zur ‘Überflutung’ des Betroffenen mit dieser Emotion, dieser Energie, und Flucht. Kurzfristig betrachtet eine sinnvolle Einrichtung, langfristig betrachtet gleich sie einer dauernden Flucht (vor jemandem/ vor etwas). Das zeigt sich zum Beispiel in Erschöpfung, Unwohlsein, Unsicherheit und schließlich ‘Leblosigkeit’.
Leben zu wollen ist ein bejahender Zustand. Hier werden in wahrhaft gefährlichen Situationen zwar auch Fluchtreaktionen erfolgen, jedoch wird eine andere Art der Motivation eingreifen. Leben zu wollen betont die Freude am Dasein, und es weiterhin, vielleicht sogar noch mehr erleben zu wollen. Leben zu wollen ist meiner Meinung nach ein elementarer Bestandteil bei der Lösung individueller wie kollektiver Probleme, Konflikte, Streitigkeiten. Wer leben will hat sich grundsätzlich für das schöne Erleben (des Lebens) entschieden. Resultat wird logischerweise eine zuversichtliche Perspektive sein, welche sich in Lebendigkeit und Freude zeigt.
Für sich eine gesunde Ausgewogenheit zwischen beiden Zuständen zu finden ist mit Sicherheit ein wunderbarer Zustand. Dem steten Lebenswandel durch einen gesunden Wechsel zwischen Angst (Rückzug) und Lebenslust (Entwicklung) zu begegnen ist meiner Meinung nach eine hohe Kunst. Sie bedarf des Selbstbewusstseins, sich selber so gut zu kennen, dass ein Ich sich bewusst darüber ist, wie es reagiert. Das eine solche Fähigkeit nicht nur Idealismus, sondern durchaus Alltag, also Gewohnheit werden und sein kann, beweist schon die Tatsache, das glückliche Menschen existieren!